Goethe-Lieder im Schiller-Jahr

Burghilt von Studnitz, Mezzosopran

Hella Sperschneider, Piano  

Goethe-Lieder-Sperschneider.jpg (28674 Byte) Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
in schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
zum Tode betrübt -
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
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Als Melsdorfer i-Tüpfelchen war der Liederabend am 21.10.2005 im Haus der Kirche angekündigt worden. Und das ist er mit Sicherheit gewesen. Mit 20 Personen war der Vortrag überraschend gut besucht, denn Lieder zählen selbst bei Klassik-Liebhabern nicht zum Standard-Repertoire. Im ersten Teil gab es allerdings auch relativ bekannte Stücke zu hören: Der König in Thule (Zelter), Freudvoll und leidvoll (Beethoven) sowie das Heideröslein und Gretchen am Spinnrad etwa (Schubert).

Wer ein Goethe-Gedicht liest, wird es in den meisten Fällen mit einem wohlwollenden "Aha..." quittieren. Zu fremd sind uns häufig schon die Formulierungen, um uns ganz in die beschriebenen Gefühlslagen hineinversetzen zu können. Die dargebotenen Vertonungen boten einem hier viel weitreichendere Möglichkeiten, die Texte wirklich zu verstehen. Die vom Komponisten bereits erdachte passende Musik gepaart mit der von Frau von Studnitz gewählten Art, die Zeilen sehr differenziert vorzutragen, ließen die Zuschauer förmlich mitjubeln und mitleiden. Sie litten im übrigen auch darunter, dass sie erst in der Pause ihrer Begeisterung freien Lauf lassen durften: "Ich würde ja so gerne klatschen, aber das will sie anscheinend nicht!", war nach dem zweiten Stück murmelnd zu hören.

In der Pause gab es anregende Gespräche bei einem Glas Wein oder Saft sowie Lob für die Darbietungen und die herbstliche Dekoration. Die Vortragenden sammelten ihre Kräfte für den zweiten Teil, der mit mit einer schalkhaften Vertonung des Gedichts "Das Veilchen" (Mozart) begann und  mit vier besonders anspruchsvollen Mignon-Liedern (Wolf) sowie einer Zugabe endete. Auch hier wurde Burghilt von Studnitz meisterhaft und einfühlsam von Hella Sperschneider begleitet. Sie lobte nach dem Konzert den Flügel, der dank der Arbeit von Herrn Bronnmann an diesem besonderen Abend ebenfalls "in bester Stimmung" gewesen war.