Das Nachtleben von Melsdorf - Fledermäusen auf der Spur!

Mit dem BAT-Detektor in der Hand auf der Fledermaussuche in Melsdorf

2011 war es endlich wieder einmal so weit: Dorothea Barre, Melsdorfer Fledermaus-Expertin, führte interessierte Kinder und Erwachsene im Rahmen der "Naturerlebniswoche heimischer Tier- und Pflanzenwelt" in das Reich der Fledermäuse.

Mit Hilfe von grandiosen Diaaufnahmen konnten die Besonderheiten dieser faszinierenden Tiere gezeigt und erklärt werden; beispielsweise, dass

bulleteine Fledermaus bis zu 600 Mücken pro Nacht vertilgen kann,
bulletdie hiesigen Arten aber auch Spinnen und Falter jagen,
bulletsie ihre Beute mit ihren spitzen Zähnen greifen und mit Schwanz und Flughäuten ggf. nachhelfen, um sie schnell im Flug zu vertilgen und weiterjagen zu können,
bulletman die Arten gut an den verschiedenen Frequenzen ihrer Schreie  erkennen kann, die sie im Ultraschallbereich aussenden, um sich zu orientieren,
bulletdie Hufeisennasen einen kleinen Salto in der Luft machen, um sich dann kopfüber an einen Ast o.ä. zu hängen,
bulletFledermäuse 15 Jahre alt werden,
bulletdie Weibchen von verschiedenen Männchen im Herbst im Schlaf begattet werden, aber ihre Schwangerschaft erst im Frühjahr beginnt, wenn es wärmer wird,
bulletsich hunderte Weibchen in einer Wochenstube zusammen schließen können, um fast gleichzeitig ihr gummibärchengroßes Junges zu gebären,
bulletdie Fledermäuse mehrfach im Jahr ihr Quartier wechseln,
bulletman Fledermäuse nur mit Schutzhandschuhen anfassen sollte, um Verletzungen zu vermeiden - auch wenn es die blutsaugende Variante in Europa nicht gibt.
 

Begrüßung

Beginn der Diashow Erklärung der BAT- Detektoren
     
Fledermauskästen an der Grundschule -
benutzt, aber zur Zeit leer
Übergabe der Detektoren -
jedes Kind bekommt ein Gerät
"Zwergfledermäuse sind auf Frequenz 45!"
     
Sigrid und Gerd Anhut haben ein  Fledermausquartier
- und keine Mücken...
Der Kot vom letzten Jahr,
als hier 85 Tiere Unterschlupf fanden - bester Dünger!
"Den kann man ganz leicht zerdrücken, und dann schimmern die Insektenreste!"
     

Die Geduld wurde belohnt - um 21.20 Uhr zeigten sich die ersten Fledermäuse. Dass es Zwergfledermäuse waren, wurde an den knatternden Geräuschen der Detektoren deutlich, die bereits auf der 45er-Frequenz eingeschaltet waren.

Ob es am Wasser andere Arten gibt? 200 m weiter im Bereich Radebrüche empfahl Dorothea Barre: "Geht mal auf die 55. Da hört ihr die Mückenfledermäuse!" Und kurz darauf schwirrten sie um unsere Köpfe. Angst vor einer Berührung hatte natürlich niemand, denn dass auf die Echoortung und sekundenschnelle Flugbahnänderung der kleinen Säuger Verlass ist, war schon erzählt worden. Und so erlebten es auch alle.

Exakt bestimmen konnten wir die dritte Art leider nicht mehr - aber die Expertin war sich sicher, dass es sich bei dem größeren Tier, das gut sichtbar in der Dämmerung taumelte, um eine Breitflügelfledermaus gehandelt hat. Aber deren Frequenz hatte niemand eingeschaltet...

 

Das Nachtleben von Melsdorf wurde auch beim Fledermaus-Projekt 2005 erforscht: Am 29. April traf sich eine Laien-Forscher-Gruppe und machte vier Arten in Melsdorf aus: Gesehen und gehört wurden Abendsegler, Breitflügel-Fledermaus, Braunes Langohr, Zwergfledermaus und evtl. sogar eine Wasserfledermaus. Unter der Anleitung von Dorothea Barre haben die Teilnehmenden mit Hilfe von Bat-Detektoren in den weiteren Nächten herausgefunden, wo die Tiere ihre Jagdgebiete haben. Die Wasserflächen und Flugbahnen wurden in einer Karte von Melsdorf markiert. 

Höhepunkt des Projektes war am 11. Juni 2005 Findling "Rüdiger". Peter Borkenhagen war extra aus Probsteierhagen gekommen, um den Forschern die 5 Jahre alte Breitflügelfledermaus zu zeigen. Bei der Fütterung mit Mehlwürmern konnten alle den Heißhunger und die scharfen Zähnchen bestaunen. 

Anschließend hat jeder einen Fledermauskasten gezimmert und mit einer schwarzen Folie versehen. "Damit sich der Kasten erwärmt und die Jungtiere es schön warm haben!", erklärt eines der Mädchen.

Übrigens, wer ab Ende Juli eine hilflose oder tote Fledermaus findet, sollte sich an die Expertin Dorothea Barre wenden, denn jedes Tier gibt weiteren Aufschluss über die Quartiere in Melsdorf! Telefon: 04340 - 1493.

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Das Nachtleben von Melsdorf war aber auch der spannende Titel eines spannenden Abends rund um das Thema Fledermäuse im Jahr 2004.

Dorothea Barre erläuterte an Hand von Dias das Leben dieser faszinierenden Tiere. 40 Kinder und Erwachsene hörten aufmerksam den anschaulichen Erklärungen zu: Nun wurde allen klar, wofür die Lücke zwischen den scharfen Eckzähnen ist, woran man erkennt, dass in einem Baum rd. 60 Fledermäuse wohnen und warum die Tiere nicht in einem Nistkasten überwintern können.

 

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Mit einem Klick können Sieden KN-Artikel vergrößern! Bei idealen Wetterbedingungen ging es eine halbe Stunde später hinaus. Die Detektoren wurden an die Kinder verteilt: "Bei einer Frequenz von 45 könnt ihr Zwergfledermäuse orten!"

Aber das Nachtleben von Melsdorf ist aktiver als die meisten Einwohnerinnen und Einwohner meinen. So wurden auf anderen "Kanälen" und per Auge auch Breitflügel-Fledermäuse und ein Abendsegler entdeckt. Rings um die Turnhalle, am neuen Wanderweg und am dortigen Teich wurden die nächtlichen Segler gesichtet.

Nur in der Dorfmitte war in dieser Nacht "tote Hose"...

 

Noch mehr zu Fledermäusen finden Sie im Internet:

www.juedes-ultraschall.de (Homepage von Dorothea Barre mit Ultraschalldetektoren und interessanten Links)

www.fledermausfreundliches-haus.de (Seite von NABU Schl-Holst. und Stiftung Naturschutz Schl.-Holst.)